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JULE

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschied nehmen heißt, nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Wege stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

(Sergio Bambaren)

 

Am Abend des 4. Dezember 2014 bin ich mit meiner geliebten Jule, die mich nahezu neun Jahre lang treu begleitet und mit mir gemeinsam auf unseren Wanderungen mehr als einmal die Welt umrundet hat, den letzten Weg gegangen. Ich bin sehr dankbar für die wundervollen Jahre mit meiner außergewöhnlichen, kleinen Freundin, die ich in meinem Herzen tragen werde, solange ich lebe.

Auch im Namen von Julchen bedanke ich mich bei allen, die sie mochten oder liebten, und die uns in den letzten beiden Wochen so derart besorgt und mitfühlend begleitet haben. Ihr wart uns eine große Hilfe. DANKE!

Andrea mit Josefine

 

Du warst bei mir bis zum Ende, und auch nachdem ich gegangen war, hast Du mich gehalten,

und als meine Seele meinen Körper verließ, blickte ich hinab und sah Dich weinen.

 

Ich würde Dir so sehr sagen wollen, dass ich verstanden habe. Du tatest dies für mich.

Ich versuchte Dir auf meine Art zu sagen, dass es Zeit für mich war, zu gehen,

und ich danke Dir für Dein Verständnis.

 

Niemand wird meinen Platz einnehmen, aber die, die ich hinter mir lasse,

brauchen Deine Liebe und Zuneigung, so, wie ich sie hatte.

Du denkst immer noch an mich, und da sind Momente, in denen Du versuchst,

Deine tränenerfüllten Augen zu verbergen.

Aber bitte, sei glücklich und denk nicht an Trauer.

Denk daran, wie ich Dich glücklich machte und zum Lachen brachte, mit den lustigen Dingen, die ich tat.

 

Ich danke Dir dafür, dass Du mich geliebt und für mich gesorgt hast,

und dass Du den Mut hattest, mich mit Würde gehen zu lassen.

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Geliebtes Julchen, ich kann mir vorstellen, dass Du es so ähnlich ausdrücken würdest. Es ging alles so schnell, von der schrecklichen Diagnose vor zwei Wochen bis heute. Ich kann es noch gar nicht begreifen. Du fehlst mir unendlich, und ich hoffe, es geht Dir gut; dort, wo Du jetzt bist!!! Farewell, Schnecki-Becki ... – wir sehen uns wieder!

 


Im November 2012

Liebe Menschen von der Podencohilfe Lanzarote!

Heute möchte ich Euch nun endlich nochmal schreiben … Laut der Zeitrechnung, die sich aus meinem EU-Heimtierausweis ergibt, haben wir im Oktober dieses Jahres meinen zehnten (10.!) Geburtstag gefeiert – wie die Zeit doch verfliegt! Ich bin mittlerweile schon ein wenig ruhiger geworden, schlafe ein bisserl mehr, aber ansonsten bin ich immer noch ein putzmunterer, kleiner Feger, der nix anbrennen lässt und pumperlgesund ist.

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Nachdem meine kleine Schwester Lieselütte im Juni 2011 ganz plötzlich verstorben ist, waren Frauchen und ich so derart traurig; wir wussten vor lauter Schmerz gar nicht wohin mit uns.

Einige Wochen später ist dann meine „große“ Schwester Josefine zu uns gezogen. Sie überragt mich um einen ganzen Zentimeter! Das ist sie:

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Sie kommt aus Griechenland und ist auf einer Insel namens Santorini wohl bei irgendeiner Punk- oder Rock’n Roll-Band wegen unflätigen Benehmens rausgeflogen, schätze ich mal so, die Details hat sie mir leider bis heute nicht verraten. Mann, Mann, Mann! – Hells Bells!!! Was für ein Knaller, dieser Hund, also ich fand sie die ersten Wochen einfach nur supergruselig und hätte mir wirklich gewünscht, Frauchen hätte noch den Kassenzettel gehabt, um dieses durchgeknallte Geschöpf umtauschen zu können. Hatte sie aber nicht, und so blieb das kleine Monster. AC/DC live at River Plate. Ich weiß echt nicht, was passierte, würde ich der Lady eines Tages mal einen Energydrink spendieren ... (Red Bull – verleiht Flüüüüügel ;-)))) Ganz im Vertrauen: Ich schätze, sie leidet unter ADHS, Ihr wisst schon, dieses Aufmerksamkeits-Defizit-Hibbel-Syndrom. Und laut ist sie!!! Nicht, dass sie ein Kläffer wäre, aber alles was sie tut, macht sie mit enormen, nie zuvor gehörten Geräuschen! Wenn sie zum Beispiel über einen Teppich schubbelt, hört sich das an, als hätten wir eine Rotte Wildschweine zu Besuch. Ehrlich! Und wenn sie gähnt, dann meint man, die Sopran-Truppe des lokalen Gesangsvereins setzt gerade zum Schlussakkord an. Und wie sie schläft!

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Also so was habe ich noch bei keinem meiner Kumpel gesehen!!! Immer auf dem Rücken, dabei alle viere in der Luft, und wenn’s irgendwie geht, dann hängt der Kopf in dieser Position zusätzlich auch noch ganz komisch nach unten, entweder über den Körbchenrand oder halt zum Sofa hinunter. Peinlich, peinlich; schaut aus wie eine wachkomatöse Bartagame oder so.

Und dennoch, logisch, ich hab‘ mich dann natürlich kurzfristig mit ‚Patsavoura‘ (das ist griechisch und heißt übersetzt ‚Wischmopp‘) arrangiert, und wisst Ihr was??? Die Zuckerpuppe ist gar nicht so übel! Ich kann superwild mit ihr spielen, und wenn’s mir zu dumm wird, lass’ ich ein Eckzähnchen blitzen, und der Wischmopp steht stramm – cool! Ich lass’ mir als ‚Principessa Julietta I‘ von NIEMANDEM die Butter vom Brot nehmen, das ist ja wohl man klar! Nach nun über einem Jahr mit unserem neuen Familienmitglied würde ich sogar so weit gehen wollen zu konstatieren, dass die Josefine (so nennen wir den Wischmopp) sogar voll ok ist und mein Leben sehr bereichert. Gemeinsam ist man halt nicht alleine, und die Josefine spielt eindeutig besser mit mir als Frauchen und kann auch deutlich schneller rennen als „Frau Mensch“. Außerdem findet sie wesentlich fixer all‘ die gut riechenden Stellen, in die man sich so prima reinhauen und dann wälzen kann. Zu Anfang hat sie sogar Jogger und Autos gejagt und musste dann das gleiche Schleppleinentraining absolvieren wie ich vor Jahren auch; ich hab‘ mich echt schlappgelacht bei diesem Déjà-Vu!

Ihr seht, es geht mir weiterhin gut, und ich genieße das Leben in vollen Zügen! Und dass ich das kann, habe ich erst einmal Euch zu verdanken, daher nochmals: Danke – Thanks – Gracias – Merci – Gracie – Bedankt!!! (Mehr Sprachen kann ich nicht.)

So wünsche ich Euch allen schon heute ein schönes Weihnachtsfest und ein gesegnetes und gesundes Neues Jahr 2013 – auf dass noch viele meiner Kumpels mit Eurer Hilfe der Hundehölle entfliehen können und ein schönes, artgerechtes Leben führen dürfen und von ihren Menschen SOWAS von geliebt werden!!!

Dickes Bussi und viele Nasenschlecker von Eurer

Jule

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25.11.2011

Hallo Angelika!

Anbei einige Fotos von Klein-Julchen und ihrer neuen Freundin Josefine!

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Julchen grüßt übrigens ihre Tochter sehr herzlich!!!

Sag mal: Hat Püppi eigentlich auch so gar keine Unterwolle und friert dementsprechend schnell? Das wollte ich am Telefon noch gefragt haben und habe es dann doch vergessen...

Bei uns ist alles gut, die Ladies sind gefüttert und liegen durch den "anstrengenden Verdauungsprozess" schlapp rum - Julchen im Schlafzimmer in ihrem Lieblingskörbchen und Josefine gleich neben mir im Büro. Hund müsste man sein!

Euch allen liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit!

Andrea & die Grazien


06.07.2009

Liebe Frau Schwarze,                                   

liebe Menschen von der Podenco-Hilfe Lanzarote!

Es grüsst Euch die JULE!!! Mittlerweile bin ich ja schon 3,5 Jahre bei meinem neuen Frauchen, und es gefällt mir immer noch ganz prima hier. In letzter Zeit war ich ein wenig schreibfaul, aber irgendwie habe ich auch immer alle Pfoten voll zu tun… ( - was aber auch bedeutet, dass ich gesund und munter bin, und es mir gut geht!)

Nachdem ich Euch vor ewigen Zeiten ja geschrieben habe, dass ich einen Dackelfreund namens Leopold gefunden habe (der übrigens immer noch mein Freund ist…),

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gibt es zwischenzeitlich schon wieder eine tierische Neuigkeit: Ich habe seit einem Jahr eine kleine Schwester!!! Und im Gegensatz zum Dackel, der ja nicht bei uns wohnt, teile ich mit meiner Schwester Tisch und Bett bzw. Napf und Körbchen.

Aber von Anfang an: Vor einem Jahr wurde meinem Frauchen von einem Altmetallhändler ein kleines, verhungertes, verfilztes, stinkendes, verwurmtes und läufiges Hundewesen zu ihrer Arbeitstelle, dem Europäischen Tier- und Naturschutz, gebracht. Er hatte es angebunden auf einem Waldparkplatz gefunden. Wir nannten das nur 2,8 kg leichte Hündchen LIESELÜTTE.

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Sie konnte noch nicht einmal mehr laufen, so schwach war sie, und mein Frauchen war skeptisch, ob die Kleine überhaupt durchkommen würde. In der Klinik stellte man nach ausgiebigen Untersuchungen anhand der Blutwerte fest, dass dieser Hund derart schlechte Muskulaturwerte besaß, dass er über viele Wochen, vielleicht sogar Monate oder Jahre auf kleinstem Raum eingesperrt worden sein musste und sich gar nicht bewegen KONNTE. Übel, übel, das alles; ich hätte gar nicht gedacht, dass es so etwas gruseliges auch hier in Deutschland gibt! Na, Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass ich ohne Murren meinen Prinzessinenstatus aufgegeben und diesem armen Tierchen Asyl gewährt habe, oder??? Schließlich weiß ich ja noch gut, wie man sich in solch einer Situation fühlt!!!

Meine kleine Schwester (ja, sie ist tatsächlich NOCH kleiner als ich!!!) hat sich im vergangenen Jahr prächtig entwickelt, hat durch wohldosiertes Training wieder laufen gelernt, ihr Gewicht auf 4,6 kg erhöht, ist natürlich mittlerweile kastriert, geimpft, gechipt und zahnsaniert (23 !!! Zähne musste sie lassen, die Arme, aber fressen klappt dennoch prima!), und sie spielt mittlerweile ganz wild mit mir, läuft mit mir um die Wette, zieht mich an meinen süßen Ohren quer durch die ganze Wohnung und hat anscheinend einen Vertrag mit unserer Gemeinde in Sachen Straßenreinigung, - also was die sich in unbeobachteten Momenten alles reinzieht, es ist einfach ekelhaft, und ich will es hier auch gar nicht näher beschreiben! Aber ich liebe sie dennoch heiß und innig, und irgendwie ist es nun auch schön, nicht mehr Einzelhund zu sein, zumal Frauchen auch immer darauf achtet, dass keiner von uns zu kurz kommt.

Anbei einige Fotos von uns beiden, das erste zeigte meine Schwester am Fundtag noch in Frauchens Büro, und auf den anderen Fotos könnt Ihr sehen, wie prima sie sich entwickelt hat und wie gut wir beide zusammen passen!

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Euch allen die liebsten Grüße und weiterhin viel Kraft für Eure tolle Arbeit von

Jule, Lieselütte und Leopold!  


März 2007

Hallo, Ihr lieben Menschen von der Podenco-Hilfe-Lanzarote!

Anbei ein kleines Update von Jule, dem wilden Feger aus dem Bergischen!!! Uns geht es allen prima… - zwar musste eines meiner Meerschweinchen kürzlich operiert werden, und ich habe ganz schlimm mitgelitten und das Tierchen nach seiner Rückkehr aus der Tierarztpraxis stundenlang mit leisem Winseln getröstet, aber nun ist mein Schwein Gott sei Dank wieder wohlauf! Wie Ihr ja schon wisst, habe ich mehrere eigene Tiere, um die ich mich in meiner knapp bemessenen Freizeit kümmern muss, und manchmal weiss ich gar nicht, wer von denen mich am meisten braucht, glaubt es mir!!!

A-bär, und nun kommt die GROSSE Neuigkeit, ich habe seit einiger Zeit Verstärkung in allen Lebenslagen bekommen, denn ich habe *wind / drumherum-red / stotter / leicht rot werd / wie sag ich’s Euch nur, ohne dass Ihr mich auslacht oder zumindest dümmlich grinst?’*… naja, also jetzt einfach frank und frei heraus damit… Ich habe… Ich habe… Ähäm, reusper… Nun ja… Ich habe mich verliebt! Ziemlich doll sogar. Seufz! Schlimm??? Also ich finde nicht!

Es geschah während eines Spaziergangs um irgendeine Talsperre, den Namen habe ich vor lauter Aufregung vergessen, und da traf ich – IHN! Einen ungefähr gleichaltrigen, wunderschönen und in der Nachmittagssonne gar lieblich glänzenden und geradezu magisch schimmernden Dackelmann mit Augen so funkelnd wie Bernstein… Und eine Super Figur hat er ebenfalls, schwärm!!!, Sixpack!, wenn Ihr wisst, was ich meine…, komplett durchtrainiert und muskulös, das Kerlchen, also alles in allem: Ein wahrer TRAUM von einem Mann!!!

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Ne, klar, jetzt bloss keine blöden Tipps von Euch, brauch’ ich echt nicht!, denn ich wusste sogleich, was sich bei solch einer, zugegebenermassen lange erträumten Begegnung für eine echte Lady gehört! NATÜRLICH habe ich ihn zunächst einmal ziemlich heftig abblitzen lassen, schliesslich weiss ich, dass anhimmelndes und unterwürfiges Ranschmeissen für eine Dame von Welt so GAR nicht geht, aber er hat derart standhaft um mich geworben und war sowas von bemüht, mir zu gefallen, also das hat mich wahrlich schwer und äusserst nachhaltig beeindruckt… Der hat ganze Baumstämme apportiert, um sich interessant zu machen und seine männliche Stärke zu demonstrieren, der ist mit mir um die Wette geflitzt und wirft sich sogar im Winter hemmungslos und komplett kälteresistent in eine Talsperre, um das Herz seiner Liebsten zu erweichen; Leute, ich sach Euch, ich war hin und wech…

Aber da ja bekanntlich jeder Talsperren-Rundgang auch mal ein Ende hat, graute mir natürlich vor dem Parkplatz wie nicht was! Der würde wohl definitiv das Ende unserer doch gerade erst zart erblühten Freundschaft sein!!! Aber es kam anders… GANZ anders!!! Da ich nur Augen für das Dackelchen hatte, war mir gar nicht so richtig aufgefallen, dass es da ja auch noch ein Dackelherrchen gab, mit dem sich mein Frauchen anscheinend ebenfalls bestens unterhalten hatte. Fazit: Wir besuchten den Dackel noch kurz in seinem Zuhause und bekamen Wasser bzw. Tee angeboten. Schlürf, schlapper, dann das Haus besichtigen und à OH SCHRECK!!! – es handelte sich um eine reine Männer-WG, bestehend aus Dackelmann, Dackel UND: …….gleich zwei meiner schlimmsten Feinde, echten GARFIELDS!!! Leute, Leute, da bin ich aber doch kurz ins Grübeln gekommen, Dackel-Waschbrettbauch hin, Dackel-Waschbrettbauch her. Frauchen ging es wohl ähnlich, und so sind wir erst einmal nach Hause gefahren, um diesen Nachmittag auf uns wirken zu lassen. Irgendwie haben sich unsere Leute dann aber erneut verabredet, und mittlerweile hat der Dackel mein, und der Dackelmann Frauchens Herz erobert!!! Na, ist das nicht ne Story wie aus dem Märchenbuch???

Und so kommt es, dass ich nun einen echten Freund an meiner Seite habe, der sich jedoch zugegebermassen manchmal Dinge herausnimmt, die ich mich niemals trauen würde. Noch nicht! Kleiner Einblick gefällig? Nun gut!...: Der Dackel schläft beispielsweise im Bett (!!!), er trägt Badezimmervorleger durch das gesamte Haus, zerfetzt Stofftiere und stiehlt manchmal Wurst, aber auch trockenes Brot oder Salat vom Tisch – könnt Ihr Euch so etwas vorstellen??? Naja, er ist halt ein richtiger Mann und tendiert scheinends ein wenig in Richtung rüpelhaftem Rock’n Roller. Aber es ist ein total Netter, und ich liebe ihn von ganzem Herzen, da muss man wohl einiges verzeihen, sagt Frauchen!!! Mein Freund hat übrigens einen echt bayerischen Namen, er heisst ‚Leopold’. Aber gerufen wird er meist ‚Leo’, ‚Poldi’ oder ‚Pold’, das kommt immer ganz darauf an, was er gerade so anstellt. Kürzlich haben wir uns mal neben dem Ofen in unseren Körbchen über die Vergangenheit unterhalten, und wisst Ihr was? Das war auch mal so eine richtig arme Socke wie ich, den haben sie als Welpen einfach so in der Stadt über dicke Kreuzungen laufen lassen und sich um nix geschert… Beinahe wäre er überfahren worden, und dann hat ihn sein jetziges Herrchen ratzfatz eingeladen, den Besitzer ausfindig gemacht, und da man den Poldi dort nicht wirklich wollte, durfte er einfach mit in sein jetziges Zuhause.

Ach, und noch was…! Obercool ist, dass mir Leos Herrchen schon BEVOR er mich überhaupt kannte, eine eigene Tür in sein Haus gebaut hat!!! Eine eigene, kleine Türe nur für mich!!! Katzenklappe sagen die Menschen dazu, und ich bin nur unterwegs: Raus und rein und vor und zurück und hin und her und Zottelbär! Ich!!! Der Dackel rafft das irgendwie nicht, kicher!!! Also ich LIEBE Menschen, die sich derart vorausschauend verhalten, ehrlich!!! Irgendwie hat der Mann gewusst, dass es mich gibt, und dass ich irgendwann nach Deutschland zu just dieser Türe komme; saustark, oder??? Wie schrieb ich noch in meiner ersten Mail an Euch? Das Leben kann sooo schön sein!!! (Wenn nur die Garfields nicht wären…)

So, aber nun genug erzählt; anbei noch ein Foto von mir und Leo bei unserer ersten gemeinsamen (!) Teilnahme bei der Kölner Hunderunde (endlich hatte ich dort mal Verstärkung!!!), und dann noch eines, das Leo beim Mittagsschlaf zeigt... Irgendwie ist er doch supercool, oder??? Ich hoffe, Ihr freut Euch alle für mich!?!? Doch, doch, da bin ich mir ganz sicher!!!

Also dann, Ihr Lieben, bis bald einmal wieder, danke für alles und viele Grüsse auch von meinem Freund Leo und meinen Leuten!!!

Eure JULE                       


11.10.2006

Haaallloooh! Da bin ich nochmal, die JULE!!!! Nachdem ich mittlerweile schon ein dreiviertel Jahr in Good Old Germany bin, denke ich, es ist an der Zeit, mich nochmals zu melden…

Leute, Leute, ich sach nur, das mit der Übersiedlung nach Deutschland war ein echter Glücksgriff für mich! Zwar dachte ich zu Anfang ja echt, Ice Age ist nix gegen diese Temperaturen hier, aber mein Frauchen hat recht behalten, und es wurde tatsächlich immer wärmer. Und zwar irgendwann so dermassen abartig heiss, dass mir das selbst als Spanierin doch entschieden zuviel wurde. In diesen Hundstagen schleppte ich mich wie eine alte Grauschnauze von Busch zu Busch: Erbarmen! Und obwohl ich als Prinzesschen von und zu Olücki (das ist das kleine Dorf, in dem wir wohnen...) Wasser nunmal de facto furchtbar eklig finde, habe ich mich eines Tages bei einem Ausflug doch tatsächlich ein einziges Mal dazu herabgelassen, meinen kleinen Stinkebauch in einem seichten Flussausläufer abzulegen, nicht sooo dolle lang, aber immerhin! Meine Chefin sprach sogar ehrfürchtig von einem historischen Moment: Und ich LIEBE es, Zeitgeschichte zu schreiben!!! (A propos Zeit und Geschichte: Ich stand sogar schon der Zeitung!!! Und zwar in der ‚WUFF’ 10/2006, da gab es nämlich einen Artikel über die ‚Hunderunde Titz’, und da ich ja überall mitmische, wo was los ist, bin ich gar wunderbar auf den Fotos zu sehen – Leute, ich bin BERÜHMT!!! - Das hätte ich mir in dieser elenden Tötungsstation auf Lanzarote nimmernie erträumt...!).

Am ersten Tag im neuen Heim habe ich (lediglich durch den Flug noch ein wenig verwirrt, nicht, dass Ihr meint, ich sei blöd!) übrigens immer den anderen Hund bei uns zuhause, der praktischerweise auch noch genau meine Gestalt und mein Temperament hatte, zum Spielen auffordern wollen, aber irgendwann wurde mir das zu langweilig, weil dieser Depp irgendwie nicht adäquat reagierte und immer spiegelbildlich das gleiche machte wie ich – hab’ dann aber auch ratzfatz erkannt, dass ich vor einem Spiegelschrank Faxen machte und nur mich selbst sah! Nun ja, nix für Ungut, so einen Spiegel kannte ich von Lanzarote halt nicht, ok? Nachdem ich anfänglich nur Augen für mein Frauchen hatte und superstolz war, einen eigenen Menschen zu haben, so habe ich nach und nach doch meinen Horizont etwas erweitern wollen. Man lernt schliesslich nie aus, und die Welt hat viel zu bieten… Kleines Beispiel gefällig? Also: Es kam der Tag, da roch es im Wald mitmal so dermassen verlockend, da musste ich meine Menschin kurzerhand bzw. –pfote einfach mal eben verlassen! Ich also los ins Unterholz und Frauchen einen tierischen Schrecken eingejagt… Die drehte sich nämlich gerade suchend nach mir um, als ich ihr den Hasen direkt vor die Füsse trieb. Und wisst Ihr, was sie gedacht hat? Hey, da kommt ja meine Jule in blond, frisch getönt, gut schaut sie aus!, und dabei war’s doch nur dieses hakenschlagende Vieh, kicher! Und kurz dahinter dann aber ich, selbstverständlich wie gehabt in freundlich-anthrazit, aber voller Jagdeifer! Bekommen habe ich den Nager leider nicht, aber Mensch, war das ein Spass! Fortan hat es mich öfters ins Unterholz gelockt, - da müssen doch noch mehr von diesen Viechern sein!?! Meine Dosenöffnerin fand mein neues Hobby ehrlich gesagt nicht so prickelnd. Tja, und so kam es, dass ich an eine Schleppleine musste, bis das Kommando ‚HALT’ bombensicher (naja, sagen wir: „bömbchensicher“) sass. Und irgendwie hat es ja auch Spass gemacht, Menschen und andere Hundis mit diesem elend langen Ding von Schleppe wie die Kohlrouladen einzuwickeln, grins! Das einzig dumme war immer nur, wenn unser Pferd bei gemeinsamen Spaziergängen auf diese Leine latschte und mich unverhofft ausbremste, also das war ja nun nich nötich, ne??? ;-((( Nun ja, diese Schleppleinen-Zeit hat mich immerhin sehr diszipliniert werden lassen, kürzlich noch habe ich mich sogar von einem flüchtenden Eichhörnchen abrufen lassen, also nicht das Hörnchen rief, sondern Frauchen, Ihr wisst schon…

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Ach so, à propos tierische Mitgeschöpfe, da gibt es natürlich auch noch die Garfield-Fraktion, seufz! Anfangs hatte ich gar nix gegen Katzen, ehrlich nicht! Aber als ich dann eines Tages leicht vor mich hinsinnierend um die Ecke trottete und völlig unverhofft von so einem Rüpel von Nachbarskater eine auf mein empfindliches Näslein bekam; Leute, Leute, ich bin von Natur aus gutmütig, aber irgendwann ist auch bei mir Schluss mit lustig, glaubt es mir!!! Tja, und von da an hab’ ich den Viechern mal gezeigt, was ne Harke ist! Und feige sind die vielleicht alle! Ich: der Jäger; sie: die Gejagten – das war Gesetz! WAR! Denn eines Tages wurde dieses gerade einmal neu erworbene Weltbild schon wieder auf den Kopf gestellt. Wir trafen nämlich zwei Hunde, mit denen wir dann auch ein Stück des Weges trabten. Aber diese Hunde hatten noch einen Freund, der lief ebenfalls mit, etwas hinter uns, daher hab’ ich den Kerl auch erst etwas später entdeckt: Richtig! Ihr habt’s erraten: Einer von der Garfield-Fraktion, hey, mit sowas lauf ICH doch nicht spazieren, selbst wenn der Feind hinterlistig Abstand hält, also nicht mit mir, also wirklich nicht! Folglich umdrehen und mit wildem Gurgeln hinterher! Naja, HINTERHER ist auch schon wieder übertrieben, da das Viech seltsamerweise nicht weglief, also eher mit wildem Gurgeln DRAUFZU! Bis zur letzten Zehntelsekunde hatte ich ja noch gehofft, ich würde ihn in die Flucht schlagen können, aber „das Teil“ war natürlich hundeerprobt! Und: Bleibt einfach stehen, macht einen Buckel und rührt sich nicht vom Fleck, also sowas! Naja, Ihr kennt das ja, dieses blöde Gefühl, wenn man urplötzlich merkt, dass man sich wohl in seiner Einschätzung der Sachlage schwer verhauen hat, mir wurde ganz anders, aber dann dachte ich mir tapfer: Gib’ Dir jetzt keine Blöße, Julchen! Meine Irritation war unmerklich, und dann fuhr ich auch schon weiter das Programm „rasanter Feger“ – wenn der Kerl dreisterweise stehenbleibt, dann eben wenigstens wild kläffend um ihn herum (natürlich in gebührendem Abstand, meine empfindliche Nase, Ihr wisst schon, ich bin ja nicht doof…). Formel 1 ist nix dagegen, und in Runde acht sehe ich doch tatsächlich den grinsenden Gesichtsausdruck dieses Katers; der Depp meinte echt, er wäre so eine Art genialer Hundeflüsterer und könnte unsereins um sich drehen lassen. In Runde elf habe ich dann diesen Gesichtsausdruck übernommen (alles eine Frage der Psychologie…), den Spieß umgedreht und mich lässig als erfahrene Katzenflüsterin gegeben, die diese Viecher in Nullkommanix auf der Stelle einbetonieren kann. Ok, irgendwie gab’s da eine Art Gleichstand, und wir kamen so natürlich nicht wirklich weiter. Ich hatte eindeutig den kraftraubenderen Part erwischt und kam mir schon vor wie bei der sechsundzwangstigen Freifahrt auf der Kirmes (das ist der Moment, wo man dann wirklich von JEDEM Karusell runterwill!), als meine Chefin (die sich gemeiner-, HUNDSgemeiner Weise auch noch über diese Situation schlapplachte) mir endlich die Gelegenheit zum Boxenstop gab: Puhhh, das wurde aber auch Zeit, dass sie mich endlich rief! Ein letzter verächtlicher Blick Richtung scheinends einbetoniertem Kater und nix wie ab zu Frauchen! Dieser Typ schien aber wirklich eine ziemliche Ausnahme gewesen zu sein, die anderen Garfields laufen nämlich weiterhin wech, was das Zeug hält! Und ich natürlich hinterher!!! Und bis ich vielleicht irgendwann endlich mal einen von denen erwische, habe ich mir auch sicherlich einen detaillierten Plan zurechtgelegt, was dann genau geschehen soll. Vielleicht kann man sich zur Not anfreunden (eher weniger, glaub’ ich…), vielleicht sind diese Teile aber auch einfach nur überdimensionale Leckerlis? Irgendwann finde ich auch das noch heraus!     

Womit wir bei einem anderen Thema wären: Zuerst wusste ich mit Leckerlis ja nicht so recht was anzufangen und war gar nicht sicher, ob es überhaupt erlaubt ist, so etwas tolles anzunehmen, aber dann dämmerte mir doch sehr schnell: Ich darf! (Mmmhhh!) Mittlerweile werde ich in Fällen extrem guten Wohlverhaltens (z.B. im Falle des Hörnchens!) sogar mit selbstgebackenen Thunfischleckerchen belobigt, Leute, das ist echt der Jackpot! Wobei hier anzumerken ist, dass Frauchen Thunfisch HASST, keiner ihrer Kollegen durfte je in ihrem Büro so etwas wie Pizza Tonno verspeisen, weil sie den Geruch echt nicht abkann. Aber für mich, extra für MICH!, bäckt sie nun ganz stoisch und ohne Wäscheklammer auf der Nase Tonno-Kekschen – merkt Ihr was??? Sie liebt mich wirklich über alles, isset nich herrlich?!?!?!

Was ich hier auch ziemlich cool finde, sind die Brombeeren… Kannte ich vorher auch nicht… Frauchen meint zwar immer, ich verhalte mich „prinzesschenhaft“, weil ich nicht selbst pflücke wie meine Vorgänger, aber mal ehrlich: Manch einer mag ja auf TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) samt Akupunktur und so’n Zeugs stehen, aber ich zerstech mir doch nicht mein süsses Näschen! Selbstpflücker, pah! Wer macht denn sowas? Das erinnert mich irgendwie an 1 €-Jobber und Volksverdummung!!! Und so LASSE ich selbstverständlich pflücken, das ist doch wohl man logisch! Und bitte nur die süssesten, dicksten und reifsten Früchte, klar??? Köstlich!!!

Ach, und noch was fällt mir gerade ein: Die Friseur-Aktionen à la Udo Walz, die bei uns mittlerweile regelmässig stattfinden! Eigentlich sollte ich ja nur ein einziges Mal einen richtigen Sommerschnitt verpasst bekommen, und da mir das so klasse stand, und fortan noch mehr Menschen als sonst vor Entzückung vor mir auf die Knie fielen (und ich brauch’ doch noch Autogrammkarten!!!), wird nun fast alle acht Wochen akribisch an mir herumgeschnippelt. Gut, dass ich eine geduldige Seele von Hund bin, das daaaaauuuuert vielleicht! Allerdings hat meine Privatfriseurin den Bogen so langsam raus… Das schärfste war zu Anfang immer die Längenregulierung meines Ohrenbehangs, man stelle sich einmal vor, kicher, oh, wie blöd… - Beide Ohren (endlich!) fäddisch, dann beim Spaziergang diese kritischen Johnny-Controletti-Blicke so von wegen Paris – London – Tokio - ob die Frisur auch richtig sitzt, kaum daheim angekommen, da der linke Ohrbehang noch ein klein wenig schief geschnitten und auch eine Winzigkeit länger war als der rechte, wieder rauf auf den Frisiertisch, Korrektur linkes Ohr, Wiederholung des Prozederes „kritische Betrachtung“, nun rechts irgendwie schief und eine winzige Kleinigkeit länger“ etc.pp. Nein, nein, ich habe zuerst einmal nix dazu gesagt, ich dachte mir eher so etwas wie ‚Learning by Doing’ und ‚die Frau will ja schliesslich auch einmal ein Erfolgserlebnis haben’, aber, ich sach Euch, ich hatte mir schon geschworen, dass - wenn der Behang dem Ende entgegen- und diese ganze Schnippelei hammerhart auf meine Ohren zugeht, ich ihr dann doch mal einen kleinen Tipp geben müsste. Ok, sie hat sich zwar vorweg im Internet informiert, wie man sich ganzkörpertechnisch am besten voranarbeitet, so von wegen „sich in leicht geschwungener Linie von den äusseren Augenwinkeln in Richtung ich-weiss-nicht-wo hinbewegen“, aber nach einiger Zeit wurde mir ehrlich gesagt mulmig zumute. Und an Tag drei der Ohrenbehangskorrektur, gerade als ich entgegen aller Vorsätze endlich verbal einschreiten wollte, kam meine Cheffriseurin dann endlich auf den rettenden Gedanken: Mann, das hat vielleicht gedauert!!! Man soll nicht meinen, wie ungeschickt und ideenlos sich studierte Menschen manchmal anstellen können!!! Um die Symetrie endlich perfekt herstellen zu können, hat sie mir schliesslich (Ihr seht, JA, ich bin echt ein geduldiges Wesen!) meine süssen Öhrlis über der Rübe zusammengeklappt (genau über der Stelle, an der sich mein Superhirn befindet!) und das Fell beider Ohren quasi parallel und mithin absolut symetrisch geschnitten – und: eeeeendlich war Ruhe im Karton!!! Mio Dio, diese Menschen!!! – Drei Tage, um auf solch eine simple Idee zu kommen, unfassbar! Aber ich sehe nun immerhin wirklich klasse aus, das könnte der Udo Walz nicht besser!    

Wie Ihr sicherlich schon gemerkt habt, bin ich ein sehr lieber Hund, der normalerweise kein Wässerchen trüben kann und mit Artgenossen ein recht gutes Verhältnis pflegt. Und so gab es bislang lediglich zwei Situationen, in denen ich meine Lebensphilosophie einmal etwas deutlicher darlegen musste. Beim ersten Mal war ich mit einer benachbarten und weitläufig befreundeten Pudelhündin unterwegs durch die Felder, als diese sich mitmal wie eine arme Irre von meinem Frauchen durchkraulen liess. Also prinzipiell habe ich natürlich nichts gegen Schmusestunden, bin ja selbst ein richtiger Kampfschmuser, aber da war doch definitiv der falsche Hund beteiligt! Oh, oh, der Pudeldame habe ich aber Bescheid gegeben!!! Die Lektion hat gesessen, und von nun an lässt sie sich, wenn sie einigermassen mit Intelligenz gesegnet ist, hoffentlich nur noch von ihrem eigenen Rudel beschmusen! Frauchen murmelte als Entschuldigung für mein völlig legitimes (!) Verhalten etwas von ‚Ressourcenverteidigung’ und ‚Sozial motivierter Aggression’ vor sich hin und lässt solche Sachen Gott sei Dank seitdem schön bleiben. Fall Nr. 2 geschah im Wald, in der Nähe eines einsam gelegenen Forsthauses. Und als ich da so locker-flockig längslaufe, kommt da doch so ein Feger von Jagdterrier auf mich zu und greift mich wie ein Berserker ohne jegliche Vorwarnung an, also echt, da fliegt mir doch mein Brett wech! Zuerst wusste ich gar nicht, wie mir geschah, aber dann habe ich richtig Gas gegeben, sowas lasse ich mir NICHT bieten! Das Ende vom Lied war, dass die Chefin uns ineinander verkeilte Hunde ziemlich ruppig trennen musste. Wir waren so in Fahrt, dass wir anschliessend gleich noch einmal aufeinander losgestürzt sind, schliesslich war die Sache noch nicht geklärt, und ein Mensch hat bei zwei Hunden natürlich ziemlich schlechte Karten. Dummerweise herrschte immer noch Gleichstand, als mitmal der Förster auftauchte, und wir ein zweites Mal getrennt wurden; diesmal allerdings definitiv. Frauchen war ganz blass um die Nase und erzählte mir auf dem Rückweg irgendetwas von den Hell’s Angels, das sind wohl irgendwelche anderen Tiere, denen ich ihrer Meinung nach in nichts nachstehen würde. Naja, wenn sie meint!        

Muckis habe ich jedenfalls reichlich, meine Dosenöffnerin sagt immer, dass sie selten so stramme Hundeschenkelchen gefühlt hat! Klar, ich bin klein, aber sportlich, und schliesslich auch viel auf meinen kurzen Beinchen unterwegs, gell? Wir nehmen auch regelmässig bei der Hunderunde Köln teil, da hatten die Leute auch anfangs Angst, ich könne die Strecken nicht bewältigen, pah, absolut lächerlich! Wenn wir da manchmal mit dreissig oder mehr Hunden unterwegs sind, bin ich erst so richtig in meinem Element! Die Hunderunde hat im Juli auch eine Hunderallye mit anschliessendem Grillfest veranstaltet, und alle Hunde haben überlebt! Zuerst dachte ich ja, dass vielleicht einer von uns auf den Grill müsste, aber dem war Gott sei Dank nicht so. Tja, und nun hat sich meine Chefin doch schon wieder etwas neues einfallen lassen, also ich fass es manchmal wirklich nicht! Sie meinte wohl, ich würde mich auf unseren Spaziergängen zu häufig nach ihr umschauen und sie dabei mit diesem Blick: „Mensch, Frauchen, nu komm man endlich in die Puschen!“ bedenken. Eines Abends war sie dann plötzlich in ebay zugange und stiess mitmal einen derart lauten Jubelschrei aus, dass ich schon dachte, wir hätten für uns eine Villa in Andalusien zum absolut gülligen (das ist wieder eine ihrer Erfindungen, ein Mittelding zwischen günstig und billig…) Preis von € 2,50 geschossen! Ich blieb auch noch eine Weile in dem Glauben, denn sie murmelte irgendetwas von wegen „passt sicher nicht in den Polo, dann müssen wir mal schauen, wer uns ein grosses Auto leihen kann…“ – also ich finde, das klingt nach Kisten packen und nach Andalusien ziehen, Ihr etwa nicht? Na, jedenfalls fuhren wir schon am nächsten Tag zu Freunden, um dort einen Nissan Kombi zu übernehmen, und los ging’s. Aber nicht Richtung Andalusien, sondern nach Gummersbach. Und während der Fahrt habe ich mir dann überlegt, dass ein Haus auch nicht in diesen Wagen passen würde, es musste also etwas anderes sein, was wir da im Internet abgeschossen hatten, aber was??? Nach knapp einer Stunde war das Rätsel gelöst: Frauchen hatte ein Mountainbike ersteigert, ich fass es nicht!!! Und das alles nur, weil ich es dann und wann einmal eiliger habe als sie! Also manchmal übertreibt sie, findet Ihr nicht? 18-Gang-Shimano-Schaltung gegen meine 3 läppischen Grundgangarten, ist das nicht elend ungerecht??? Am nächsten Tag sind wir dann natürlich gleich probegefahren, und es hat mir wider Erwarten echt gut gefallen! Das mit den 18 Gängen hört sich erstmal phänomenal an, aber schliesslich wohnen wir in den Bergen, und da musste Frauchen (im Gegensatz zu mir Null Kondition, kicher!) vornehmlich schieben oder keuchend im ersten oder zweiten Gang die Berge raufkriechen. 1:0 für mich! Mittlerweile haben wir unser gemeinsames Tempo gefunden und amüsieren uns beide köstlich mit dem Drahtesel.

Ja, und so könnte ich Euch noch seitenweise erzählen, was ich jeden Tag Neues erlebe, aber bei ‚Happy End Aktuell’ will ja auch noch die ein oder andere Fellnase ihre Geschichte zum besten geben, und ehe die Seite hier explodiert, werde ich mich wohl für heute verabschieden müssen... – zumal es jetzt auch mein Abend-Happischlapp gibt, Schnäuzchen-leck...!

 

Also dann:

Bis demnächst einmal wieder und ganz liebe Grüsse von

der JULE und ihrem Frauchen Andrea

 


Liebe Frau Schwarze, liebes Team von der Podenco-Hilfe-Lanzarote e.V.!

Ich bin’s, die JULE (ehemals ‚Julie’)!!! Nachdem ich mittlerweile schon nahezu sechs Wochen in Deutschland bin, ist es an der Zeit, dass ich endlich berichte…

Es war alles ziemlich aufregend für mich, das könnt Ihr mir glauben! Dieser Flug (von dem ich dachte, er hört nie mehr auf…), ungewohnte Geräusche und vor allem das Gefühl, nicht zu wissen, was nun schon wieder mit uns geschieht, also ich war echt froh, dass mein kleiner Kumpel Rodillo (der jetzt ‚Rudi’ heisst) mit mir zusammen in einem Kennel geflogen ist: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Nach ewiger Zeit sind wir in Düsseldorf gelandet, unser freundlicher Flugpate hat uns schliesslich in die Ankunftshalle getragen, und da warteten doch tatsächlich mit größter Spannung echt liebe Menschen auf uns – Mensch, war ich darüber froh!, denn unsere Vergangenheit hat ja gezeigt, dass man nie weiss, was man von den Menschen nun eigentlich halten soll – die einen behandeln uns wie Dreck und entsorgen uns einfach in irgendwelchen Tötungsstationen, die anderen kümmern sich liebevoll um uns und geben uns eine neue Zukunft. Na, die Frau, die mit laut klopfendem Herzen ganz ungeduldig auf mich wartete, gehörte jedenfalls definitiv zu letzterer Sorte! Ich wußte gar nicht, wie mir geschah, sooo viele Menschen, es war plötzlich höllisch kalt, ich bekam ein neues Halsband, ging ziemlich verschüchtert durch eine Tiefgarage, wo ich aber definitiv nicht meine Blase entleeren wollte (dazu muß man ja auch einigermaßen entspannt sein, oder?), und dann fuhr ich auch schon völlig geschafft Richtung Rhein-Sieg-Kreis/Bergisches Land, meinem neuen Zuhause. Und das habe ich dann spät abends auch erst einmal ausgiebig erkundet – und ein wenig aufgemischt!

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Glaubt man bloß nicht, dass ich hier alleine wäre! Es gibt noch zwei Kaninchen, drei Meerschweine, ein Chinchilla und ein Pferd, letzteres habe ich aber erst einen Tag später kennengelernt… Erstmal wollte ich also diese kleinen Fellbündel stürmisch begrüßen, ich also voller Schwung und Elan ran an die Gehege, - und nun weiß ich auch, woher das Wort ‚Angsthase’ kommt! Mensch, die hatten ja noch mehr Schiss als ich! Und ganz schön fix waren sie auch ;-))) Na, jedenfalls sah die Wohnung recht bald aus wie Zirkus Roncalli – ich war voller Einstreu, Heu und Stroh, und bin doch nicht an die neuen Mitbewohner rangekommen, ganz schön blöd, so ein Gehege, seufz! Naja, die Meerschweinderl waren nicht ganz so hektisch, und sie erinnerten mich irgendwie auch ein wenig an meine eigenen Welpen, und ich habe sie die ersten Tage nach jedem Spaziergang als erstes akribisch (1-2-3! ) durchgezählt, Ordnung muß sein! Aber schon nach einer Woche war für mich klar, daß die Winzlinge auch ohne meine Kontrolle gut klarkommen, und mittlerweile haben wir uns natürlich alle bestens aneinander gewöhnt. Das Pferd ist zwar recht riesig, aber auch voll o.k. – wir gehen sogar zusammen spazieren, und dabei muss ich immer ganz gut aufpassen, dass diese großen Hufe nicht mit meinen zarten Füsslein in Berührung kommen, aber keine Sorge, ich mach das schon!!!

Nach der ganzen Aufregung habe ich erstmal ein wenig Durchfall bekommen, daher ist mir ein paar Mal ein Malheur passiert, aber wirklich nur ein paar Mal!!! Und nachdem es mir dann besser ging, war ich natürlich völlig dicht und clean, keine Frage! Das einzige Problem für mich ist diese grausige Kälte hier in Deutschland, aber Frauchen sagt, dass das nicht immer so bleiben wird, und ich will ihr auch in dieser Hinsicht mal vertrauen…! Und weil es zu Anfang sogar -15 Grad kalt war, habe ich nun ein zwar ziemlich idiotisch aussehendes, aber warm- und trockenhaltendes „Outdoor-Mäntelchen“ bekommen (Dupont Sympatex, atmungsaktiv, natürlich waschbar und haste nicht gesehen…). O.k., jetzt schaue ich zwar bei Regen aus wie Batman (bzw. Batwoman), und es ist in diesem Outfit nicht immer leicht, auf potentielle neue Freunde zuzugehen (schließlich macht man sich ja nicht gerne lächerlich, ne?), aber mir ist zumindest nicht mehr gaaanz so kalt und schliesslich zählen ja auch die inneren Werte, oder???? Und wer die nicht erkennt, hat eben Pech gehabt. Aber im Vertrauen: Einige neue Freunde habe ich schon!!! Mit denen pese ich oft wie jeck durch den Schnee und mach’ den Doppelaxel auf dem Eis, bis sich alle vor Lachen biegen!

Und weil es mir hier so gut gefällt, dass ich gar nicht mehr weg möchte, strenge ich mich auch RIESIG an, um allen alles recht zu machen. Frauchen sagt, ich sei ein superkluger und total braver Hund! Ich kann schon stundenweise alleine bleiben (prickelnd finde ich es zwar nicht, aber manchmal muss es halt sein, sagt die Chefin), ich habe ohne Benutzung eines Wörterbuches rappidizappi verstanden, was wichtige Wörter der deutschen Sprache für mich zu bedeuten haben (so leichte Befehle wie Komm, Hier, Sitz, Platz, Bleib) hatte ich schon in der zweiten Woche mehr oder minder zuverlässig drauf (eher mehr!), und täglich lerne ich neu dazu, schließlich will man ja auf intellektueller Ebene nicht verblöden! Mittlerweile nehme ich sogar Leckerlis und fresse meinen Napf recht zügig leer, es schmeckt aber auch wirklich so köstlich, dass Frauchen nun schon Angst hat, ich würde verpummeln, zumal ich ja auch frisch kastriert bin! Oft helfe ich meinem Frauchen auch im Büro, dort mögen mich alle gerne, weil ich halt so eine Knuffige bin. Und wenn mich dann alle begrüßt und ausgiebig beschmust haben, mache ich auf meiner Kuscheldecke ein gemütliches Nickerchen: Das Leben kann sooo schön sein!