Banner PHL3

Anni, eine junge Pointer - Podenco Mix Hündin ohne Hoffnung in der Zelle der Tötungsstation....

Anni08-toetung

 


Anni

Ich bin Anni, eine 1 ½ Jahre alte Hündin. Geboren wurde ich auf der Insel Lanzarote.

Meine Eltern sind ein Pointer und ein Podenco. An die ersten Monate meines Lebens kann ich mich nicht oder nur noch ganz schwach erinnern. Die Menschen, bei denen ich lebte, waren nicht lieb zu mir. Ganz schlimm war es, als ich einmal im Auto mitfahren durfte, denn unterwegs hat man mich einfach aus dem Auto geworfen. Da ich grossen Hunger hatte, musste ich mir überall etwas Fressbares suchen.

Dann kamen einmal plötzlich Männer auf mich zu, packten mich und sperrten mich in ein Auto. Ich war aber nicht allein in dem Auto, denn es waren noch mehr Hunde drin. An einem Haus wurden wir alle zusammen eingesperrt, bei wenig Wasser und Fressbarem. Alle Hunde erzählten, dass sie auch bei Menschen waren, die nicht lieb zu ihnen waren, nicht einmal ein Halsband haben wir bekommen.

Nach ein paar Tagen wurden viele von uns wieder in ein Auto gesperrt und weggefahren. Wir landeten in einem Sammellager, wo es viele Hunde und Katzen gab. Ein älterer Hund erzählte, dass er schon einmal hier war, aber wieder ausreissen konnte. Alle, die hier waren, hatten nur eine Hoffnung, dass unsere Herrchen oder Frauchen uns hier wieder raus holen würden.

Aber es kam niemand und deshalb sollten wir hier alle getötet werden.

Eines Tages kam ein Frauchen in unser Gefängnis, zu der die Wärter alle „Margarethe“ sagten. Sie hiess wohl so. Sie guckte ganz anders als unsere Wärter, sie guckte einfach so lieb. Dann sagte sie zu dem Mann, dass sie mich und noch einen Leidensgenossen haben wolle. Dass sie für uns dann auch noch Geld bezahlen sollte, fand ich nicht gut.

Was mich nun wohl erwartete?

Wieder musste ich in ein Auto, vor denen ich schon schrecklich viel Angst hatte, denn Gutes kam ja nie dabei heraus.

Wir kamen dann zu einem Haus, wo uns lautes Hundegebell empfing. Aber alle Hunde dort bellten und wedelten mit den Schwänzen, einige sprangen die Margarethe sogar an und wurden nicht geschlagen sondern gestreichelt. Dann musste es hier wohl besser sein. Ich kam in ein grosses Gehege zu vielen Hunden. Es gab auch gutes Futter und Wasser. Ich hatte Angst vor so vielen Hunden, denn die mochten mich wohl nicht so sehr, frassen mein Futter mit auf, weil sie grösser und stärker waren und mich immer ärgerten.

Das bemerkte Margarethe aber und nahm mich aus dem Gehege raus. Sie brachte mich in kleineres Gehege zu einem grossen Podenco-Mann. Der war sehr stürmisch und hat mir kaum Ruhe gelassen, aber es war halt nur einer, der mich ärgern konnte. Es kamen auch Menschen, die einen Hund von Margarete haben wollten, aber mich wollte niemand, weil ich so ängstlich war. Da der Grosse nicht alles Futter fressen konnte, blieb für mich genügend übrig. Ich wurde auch zu einem Tierdoktor gebracht, der mich gründlich untersuchte, sogar operiert hat er mich. Was er bei mir operiert hat, weiss ich nicht, weil ich plötzlich wohl eingeschlafen bin. Verwundert hat ich nur, dass der Podenco-Mann plötzlich nicht mehr an mir rumschnüffelte und kein Interesse mehr an mir hatte.

Anni-HE-08-1

Nach einem halben Jahr dort besuchten eines Tages eine Frau und ein Mann Margarethe. Sie hatten auch etwas für uns Hunde mitgebracht. Dann sagten sie, dass sie einen Hund haben wollten. In dem grossen Gehege war wohl keiner dabei, der ihren Vorstellungen entsprach, denn Margarete kam mit ihnen in mein Gehege.

Ich verkroch mich vorsichtshalber unter unserem Schlafplatz, aber Margarethe holte mich doch aus meinem Versteck. Vor lauter Angst habe ich tüchtig gezittert, aber Margarethe legte mich auf die Pritsche neben den Mann. Der legte seine Arme um mich, streichelte mich und sprach so beruhigend mit mir, ich solle doch keine Angst haben. Da zitterte ich schon etwas weniger, denn auch die Frau sprach so lieb zu mir.

Dann sagten die Beiden, dass sie mich gerne hätten und mich behalten wollten Margarethe trug mich dann zum Auto und sagte noch:“Lassen Sie die Anni nie ohne Leine laufen, am besten mit zwei Leinen, sonst läuft sie Ihnen weg.“

Die Frau setzte sich neben mich, hielt mich fest und streichelte mich, was mir gut gefiel. Der Mann fuhr dann los, durch viele Kurven, so dass mir ganz schlecht wurde und das letzte Essen wieder hoch kam. Ich wollte das nicht, aber machen konnte ich dagegen auch nichts. Gewundert hat mich nur, dass die Beiden nicht mit mir geschimpft haben.

Am Ziel angekommen nahm der Mann mich auf den Arm und trug mich ins Haus. Dort stand ein grosses Körbchen mit Kissen und Decke darin – ganz für mich alleine. Auch ein eigener Fressnapf und Wasserschale standen für mich da. Ein Geschirr fürs Gassi-Gehen hatten die für mich gekauft, das nur sehr gross für mich war. Aber dann haben sie ein passendes für mich besorgt.

Die Katzen habe ich nicht gesehen, die waren wohl Mäuse fangen. Als sie zurück kamen und mich sahen, machten sie einen Buckel, der Schwanz wurde ganz dick und gefaucht haben sie. Dabei wollte ich doch nichts von ihnen. Als ich mich mit den Katzen bekannt machen wollte und auf sie zuging, kam der Kater auf mich zugesprungen und wollte mir ans Fell, Aber meine neuen Frauchen und Herrchen gingen gleich dazwischen und schimpften mit dem Kater. Mit dem passenden Geschirr gingen wir auch spazieren, ich an einer Leine, die 5m lang ausgezogen werden konnte, so dass ich viel Bewegungsfreiheit hatte.

Meine Leute sind dann mit mir morgens und abends mit dem Auto dort hin gefahren, wo viel Platz war, kaum Autos und andere Menschen. Die lange Leine liess mir viel Bewegungsfreiheit, und so konnte ich auch andere Hunde begrüssen, die mit ihren Herrchen und Frauchen Gassi gingen. Die waren alle ganz lieb, und wir haben uns gut vertragen.

Nach drei Tagen machte mich Herrchen plötzlich von der Leine los, und ich konnte frei herum tollen. Manchmal pfiffen Frauchen oder Herrchen, weil ich wohl zu weit weggelaufen bin, dann bin ich auch ganz schnell wieder zurück gelaufen.. Das Rumtollen war ganz neu für mich, ich konnte rennen, so viel ich wollte, ich konnte auf Mauern springen, sogar in andere Gärten, aber dann wurde ich immer zurück gepfiffen – das sollte ich wohl nicht machen. Nur wenn ich ins Auto sollte, dann habe ich immer grosse Angst gehabt und gezittert. Meine Leute haben mir immer gesagt, ich müsse keine Angst haben, aber irgendwie blieb die böse Erinnerung.

Nach drei Wochen trafen wir auf unserem morgendlichen Spaziergang einen Pointer-Jungen, der ganz dünn und hungrig aussah und voller Zecken war. Er war ganz gierig auf die Leckerli, die Herrchen und Frauchen eigentlich für mich dabei haben. Er tat meinen Leuten wohl Leid, denn sie packten ihn mit mir ins Auto und brachten ihn zum Tierarzt, der ihn untersuchen und von den Zecken befreien sollte. Er hatte kein Halsband um und war nicht gechipt (Ich bin es jetzt aber!!!). Wir sollten ihn behalten dürfen, wenn der Besitzer sich nicht innerhalb von 3 Wochen melden würde. Der meldete sich aber gleich nach dem Besuch beim Tierarzt. Als meine Leute ihn zu seinem Besitzer zurück brachten und dann den dicken, ungepflegten Mann sahen, der seinen Hund so verkommen lässt, kauften sie mich einfach von ihm.

Nun habe ich einen Spielkameraden, den sie Anton nennen. Er ist 5 ½ Monate alt und ganz schön frech. Er frisst sogar mein Futter auf, wenn nicht aufgepasst wird.

Anni-HE-08-2

Nun habe ich einen Spielkameraden, den sie Anton nennen. Er ist 5 ½ Monate alt und ganz schön frech. Er frisst sogar mein Futter auf, wenn nicht aufgepasst wird.

Toll sind immer die Spaziergänge, wenn Anton und ich ohne Leine rumtoben dürfen.

Ich bin froh, dass ich mein Frauchen und Herrchen gefunden und nun auch noch einen Spielkameraden habe. Und vor dem Auto fahren habe ich fast keine Angst mehr.

Anni-HE-08-3