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Anfang Juli 2013

Unsere Jackie war nun mittlerweile fast drei Monate bei uns und hatte sich richtig gut eingelebt. Wir alle waren glücklich. Doch in manchen Momenten, wenn sich die Kleine unbeobachtet fühlte, dann sah sie nachdenklich und wehmütig aus. Eine Sehnsucht schlummerte in ihr, die ich nicht zu deuten wusste.

Hatte sie Heimweh nach Lanzarote und Margarethe? Ich konnte es nicht greifen, aber ich spürte diese heimliche Traurigkeit in ihr.

Nachts träumte ich wieder. In meinen Träumen sah ich Jackie mit ihrer Schwester Janina in unserem Garten toben. Dann hatte ich wieder Träume, in denen ich Janina traurig und einsam auf Lanzarote sah. Es ging ihr bei Margarethe sicher gut, davon konnte ich ausgehen, aber dennoch spürte ich über den großen weiten Atlantik dieses Rufen.

Ich ließ mir über Sonja aktuelle Fotos von Janina schicken. Diesmal ging es mit den Erklärungen bei meinem Mann Thomas sehr viel schneller. Er sah die Bilder, wusste was zu tun war und sagte: „Ruf Angelika an, wir adoptieren die Kleine auch noch!“

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Janina und Jackie auf Lanzarote

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Janina alleine auf Lanzarote

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Jackie und Janina zusammen Zuhause

Mittlerweile wohnt Janina schon die zweite Woche bei uns. Alles fühlt sich gut und richtig an. Auch von unseren beiden anderen Hunden wurde sie im Rudel aufgenommen. Janina ist noch schüchtern souverän, lernt aber dank Jackies Hilfe in riesengroßen Schritten ihr neues Zuhause kennen. Wir vermuten, dass diese schwarze Schönheit irgendwann das Rudel als Führerin übernehmen wird.

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Wenn Ihr mehr über Janina und ihr Wiedersehen mit Jackie sehen wollt, dann könnt Ihr das auf YouTube unter:

Zwei Schwestern wieder vereint:

Hunde und der Rasenmäher

Kirsten Rehr, am 26.Juli 2013, in Berkhof Region Hannover

P.S. Die dritte Schwester Judy sucht auch noch ein Zuhause, aber hier spüre ich deutlich, dass sie zu anderen Menschen gehört. Seid Ihr das vielleicht?


14.04.2013

Ich lag im Bett und war wach. Mein Kopf rebellierte und mein Magen war flau. Ich lag still doch im Inneren drehte sich alles wie auf einer Achterbahnfahrt. Ein aufredender Tag lag hinter mir. Morgens hatte wir sie adoptiert und nun saß sie schon im Flieger über dem Atlantik. Es war ruhig im Schlafzimmer. Meine Hunde schnarchten und mein Mann Thomas saß im Bett mit dem Laptop, um sich zu beschäftigen. Wir mussten noch warten.

22:00 Uhr, der Wecker auf meinem Nachttisch blinkte mir die Ziffern rot und frech ins Gesicht. Die Minuten klickten in Zeitlupe voran. Ich dachte nach. Wie es ihr wohl ging, da unten im Frachtraum, alleine in einer Box? Sie musste ein tapferes Mädchen sein. Schon jetzt war ich stolz auf sie.

23:00 Uhr, endlich! Nun konnte ich aufstehen. Ich duschte noch mal, denn ich musste etwas tun, um nicht völlig durchzudrehen.

23:30 Uhr wir saßen im Auto auf der A7 Richtung Hannover Flughafen. Auch hier gespenstische Stille. Thomas und ich schwiegen, keiner wollte dem anderen seine Aufregung zumuten.

24:00 Uhr Ankunftshalle C Airport Langenhagen. Kaum Menschen, aber dennoch für mich viel zu viel Trubel. Zum Glück kamen da meine Freundinnen. Sonja und Konga lächelten und ihre Hunde freute sich uns zu sehen. Die beiden Profis von der Tierschutzhilfe gaben mir endlich das Gefühl der Sicherheit.

00:30 der Flug X3 2189 Tuifly Hannover-Lanzarote war gelandet.

Die Passagiere trafen langsam nach und nach am Gepäckband ein. „Schau Kirsten, sie ist da!“ Sonja nahm mich in den Arm und wies meinen Augen mit ihren Finger die Richtung. Ihre Flugpaten hatten die Box bereits auf dem Gepäckwagen gestellt. „Ich glaube, die Paten kenne ich, guck mal wie besorgt sie sich kümmern.“ Sonja konnte meine Sorge fühlen. Wieder vergingen die Minuten wie von einer Schnecke gezogen. Doch dann, die Glastüren öffneten sich und die Flugpaten schoben den Wagen mit der Flugbox behutsam durch die Absperrung. Endlich ging auf einmal alles ganz schnell. Sonja regelte die Formalitäten, wir übernahmen den Wagen, dankten den Paten mit einer Flasche Wein und knieten abseits der Menschen vor der Flugbox.

Der erste Blick. Sie war da. Jackie von Lanzarote in einem pinken Strickpulli guckte uns schläfrig, aber voller Wissen entgegen. Die kleine Hündin hatte den Flug tapferer als ich die Nacht überstanden. Ich weinte. Die Gefühle überwältigten mich.

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Ich, ein Mensch, der alles genau plant und fast nie eine Entscheidung trifft, ohne vorher eine Checkliste zu erstellen, hatte meinen Thomas innerhalb eines Tages davon überzeugt, dass dieser kleine Hund in unsere Familie gehört. Heute am dritten Tag ihrer Ankunft fühle ich mich wie schon lange nicht mehr. Wenn Margarethe diesen kleinen Lanzarote Mix gerettet hatte, so ist diese Hündin in unsere Familie gekommen, um uns von unserer Trauer um Shannon (eine unserer Hündinnen im Himmel) zu retten. Ich danke Gott und Margarethe für dieses Geschenk.

Kirsten Rehr, am 17. April 2013 in Berkhof, Region Hannover

P.S. Übrigens habe ich meine Führung und meinen Kämpfergeist zurück. Gestern war ich in einem kommerziellen Futterladen, um ein kleines Spielzeug für Jackie zu kaufen. Voller Stolz sagte ich zu der Kassiererin „das ist für meinen adoptierten Hund von Lanzarote. Ihre Antwort „also nein, ein Hund aus dem Ausland, das wäre nichts für mich.“ „Muss es ja auch nicht, aber darf ich fragen wie viele Hunde sie bereits aus dem deutschen Tierschutz gerettet haben?“ Ihr Gesicht sprach stumm ganze Romane. „Sehen Sie, es stellt sich immer die Frage, wer hier wen beurteilen darf!“ Ich packte mein bezahltes Spielzeug ein, lächelte zum Abschied und verließ zufrieden den Laden.


16.04.2013

Hi Sonja,

Jackie hat die Nacht super artig durchgeschlafen. Gegen 4 Uhr bin ich mit dem Gefühl Mama wach geworden, darauf habe ich die Kleine zu mir ins Bett geholt! Gegen 6 Uhr alle zum Pipi machen in den Garten. Dann haben wir bis ca. 8 Uhr geübt ins Haus zu kommen. Den Nachmittag waren alles Hunde draussen!

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Meine Judy ist voll wach und beobachtet alles und Mick passt auf seine Schwester auf! Jackie ist total schlau, aufmerksam und neugierig! Ich denke in ca. 2Wochen hat sie vor allem die Scheu verloren....

Liebe Grüsse Kirsten"