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BABESIOSE (PIROPLASMOSE)

Herkunft, Verbreitung:
Babesiose: "Eine durch Babesien-Arten (= Einzeller aus der Klasse der Sporentierchen; Erreger verschied. Tierkrankheiten, die durch Zecken überragen werden) hervorgerufene Zoonose (= Tierseuchen, die von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragen werden können) mit hoher Sterblichkeit der befallenen Tiere."
Ihre Verbreitung erstreckt sich vor allem auf tropische und subtropische Gebiete einschließlich des Mittelmeerraumes, jedoch haben neueste Untersuchungen auch eine Verbreitung u. a. in Deutschland nachgewiesen.
Verschiedene Zeckenarten (vor allem Dermacentor reticulatus und rhipicephalus) sind als Überträger bekannt.
Die Babesia Canis sind sogenannte Protozoen (= Einzeller mit klar abgegrenztem Zellkern).

Inkubationszeit (= Zeit ab Ansteckung bis zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Krankheit):
10 Tage bis 3 Wochen.

Verlauf:
Eine akute Babesiose-Erkrankung kann gekennzeichnet sein durch schlechtes Allgemeinbefinden bis hin zu hohem Fieber, Schwäche bis hin zur Apathie, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rötlich- bis grünbraun verfärbten Urin, Vergrößerung der Milz, Anämie (= Blutarmut) bis hin zum Nierenversagen.
Gerade jüngere Hunde können bei massiver Infektion durch auftretende Gerinnungsstörungen zu plötzlichem Tode kommen.

Chronische Verlaufsformen sind u. a. gekennzeichnet durch wechselndes Fieber und Konditionsverlust. Atypische Verlaufsformen sind gekennzeichnet durch Störungen des ZNS (= zentrales Nervensystem) mit Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen und Krampfanfällen sowie Verdauungsstörungen.

Diagnose:
Direkter Nachweis im entnommenem Kapillarblut durch sogenannte Giemsa-Färbung (= Färbung von Blut- und Knochenmarksausstrichen) Die Babesien sind hierbei in den Erythrozyten nachweisbar. Eine Infektion kann außerdem durch den Nachweis von Antikörpern im indirekten Immunfluoreszens-Test nachgewiesen werden.

Behandlung:
Hier bekannte Medikamente: Imizol (Imidiocarb dipropionat) ein- bis zweimalig (Präparat in Deutschland nicht zugelassen). In jedem Fall bleibt immer Behandlung und Diagnose dem Tierarzt überlassen!

Prophylaxe:
Wirksamer Zeckenschutz!
Z. B. durch Parasitenhalsbänder oder besser Spot-on-Präparate (= kleine Ampullen mit Wirkstoff, der direkt auf die Haut zwischen die Schulterblätter des Hundes getropft wird, z. B. Frontline), beim Tierarzt erhältlich.
Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken absuchen und ggf. sofort entfernen!