TRAUIGE NACHRICHTEN VOM JULI 2017:

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20.02.2013

Liebe Frau Schneider

anbei ein paar Bilder aus dem 100-seitigen Fotobuch von Sandra " Das Hundejahr 2012: 7 Podis und 3 Galgos", in dem alle unsere Hunde quer durch die Jahreszeiten begleitet und dargestellt werden.

Hier ein paar Impressionen

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Bella hat uns ja leider am 13.5.2012 krankheitsbedingt verlassen.

Vanessa ebenfalls-sie hat mit Flora eine geniale Spiel- und Laufpartnerin gefunden und macht tgl mehrere heisse Rennen mit ihr auf der Wiese:-))

 


25.12.2012

Liebe Frau Schneider,

Liebe Freunde der Podenco-Hilfe,

vielen lieben Dank für die berührenden und schönen Weihnachtsgrüße. Ich wünsche Ihnen/ Euch nur das Erdenklich Beste und wunderschöne, erholsame Festtage.

Sowie einen guten Rutsch ins 2013, in dem hoffentlich noch mehr Menschen- und Tierwünsche wahr werden!

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Mit vielen lieben Grüßen

Astrid & family

 


29.10.2012

LG aus der beschneiten Märzmühle mit ihren "Winterschläfern":-)

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23.07.2012

Liebe  Frau Schneider

Astrid hat mir gesagt, Sie hätten wieder gerne ein paar aktuelle Bilder von Vanessa.
 Sandra hat mir ihre Sammlung von Mai bis Juli gestern geschickt. Anbei in Folge eine kleine Auswahl - monatsweise geordnet.

Wie Sie sehen, herscht hier buntes Treiben - ein Irrenhaus ist ein Sanatorium dagegen.

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Wenigstens ist Vanessa keine Gräberin:-)
Wir haben beim Windi-Treffen in Biedermannsdorf eine Galga besichtigt, die aber eine Podimix ist ud ich vermutlich NICHT dazu nehmen werde. Aber es gibt schon eine potenzielle Zweitgalga, die noch auf ihren Flug nach Ö wartet. Inzwischen spielt Vanessa schon mit einigen Podis wie Marcella und Schnuppl, sie liebt auch Schuhe und Handschuhe , die sie sammelt. Alles in allem ist sie ein toller, gelehriger und braver Hund.

Rennen und Ruhephasen

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Vanessa und die Flora

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Die vielen Seiten des Sommers bei uns:-)

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Ich hoffe, die Bilder gefallen!
Alles Liebe
SK

 

 


20.04.2012

Liebe Frau Schneider

Gestern haben wir wieder einmal ein paar wirklich gute Fotos von Vanessa machen können. Sie folgt mir  draussen entweder wie ein Schatten

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oder sie eröffnet ihre Podijagd in ihrer Eigenschaft als Rennmaschine. Und das geht so:

Anschleichen und ein oder mehrere potenzielle Opfer fixieren dann  Sprung – Vollgas und ran an die Opfer!!

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Sie ist schon gut im Rudel integriert und dank des täglichen Muskeltrainings, speisen a la carte und Schlummerphasen in weichen Bettchen, ist sie wunderschön. Sie ist extrem brav, sammelt höchstens Handschuhe und Socken in ihrem Körbchen, ohne sie anzuknabbern und gräbt keine Löcher. Ein echter Traumhund!

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10.04.2012

Liebe Frau Schneider,                                                                                                                  
anbei ein paar Momente aus dem neuen Leben von Vanessa in chronologischer Reihenfolge zur Weiterleitung an Frau Schwarze mit besten Grüßen.
31.3.2012: Die Nachfolgerin für unseren geliebten Black Jack,  "Black Swan Vanessa" ist gelandet, und zwar mit halbstündiger Verspätung nach unruhigem Flug, gemeinsam mit 2 "Kollegen" aus Lanzarote. Bis wir allerdings "unsere" Flugbox in Empfang nehmen konnten dauerte es eine weitere dreiviertel Stunde und wir wussten bis dato auch noch nicht, ob wir die Box samt ersehntem Inhalt überhaupt auf die Ladefläche unseres SUVs einschlichten konnten. Aber ob des kalten nassen und stürmischen Wetters war es mindestens den Versuch wert. Auf den Millimeter genau passte die Box zwischen Rücksitz und Heckklappe und gegen 22:00 setzen wir uns endlich nach Hause in Bewegung.

Dort war das nächste Problem zu lösen, nämlich die sperrige Box ins Haus zu kriegen ohne Vanessa im Dunkel bei Regen und Sturm in unbekanntem Terrain ausladen zu müssen. Der einzige und kürzeste Weg ging durch das  Fenster der Küche und schon war die klimaverwöhnte Lady im Warmen.

Da das Podencorudel bereits im Obergeschoss schlief, gab es nur 2 Möglichkeiten, alte und neue Familienmitglieder bekannt zu machen: sie kommen in kleinen Gruppen in die Küche oder Vanessa geht vor dem Schlafen noch von Körbchen zu Körbchen.
Doch zunächst wollten wir sie endlich aus der engen Box lassen damit sie sich strecken und die neuen Gesichter, Gerüche und Attraktionen in ihrem neuen Reich in Augenschein nehmen konnte. Obwohl wir alle für sie fremd waren, kam unser stolzer schwarzer Schwan nach dem Öffnen der Käfigtür neugierig, müde und freundlich heraus. (Bild 1)

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Sie ist sehr pflegeleicht und folgsam- gewisse andere Individuen des Rudels stellen sich heute noch taub, wenn sie gerufen werden, aber  Mäusejagden viel spannender sind- und freut sich über jedes "brav, fein, super" (Bild 5). Der lange Schwanz wird beim Wedeln schon hochgestellt  und auch das Rudel akzeptiert sie schon (Bild 6). Tagsüber legt sie sich zu einem Podi ins Körbchen wenn mal keins frei ist (Bild 7), seit der 2. Nacht liegt sie allerdings bei mir auf dem Bett, worüber meine Urbetthäschen  Spirit und Schnuppl sauer sind, die sich nunmehr ab der Bettmitte die Plätze teilen müssen.

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Vom ersten Moment an war sie ruhig, vertrauensvoll und genoss jede Berührung. Ich legte ihr das Geschirr von Black Jack an, dessen Platz sie ab nun ausfüllen wird, allerdings füllt sie sein Brustgeschirr nicht aus, ist sie doch schmäler und zarter als er. Erstaunt waren wir allerdings über ihre stark bemuskelte Hinterhand, die Rambo alle Ehre macht! Sie ging etwas zögerlich aber tapfer ins Dunkel und wir machten ein paar Runden im Innenhof, bis sie sich endlich erleichtern konnte-die Flugbox war trocken geblieben, trotz des langen Transportes!

Beim hineingehen lernte sie als nächstes Ritual "Fussi putz", das vor jedem wieder ins Haus kommen bei allen Hunden zelebriert wird. Auch das liess sie sich brav gefallen. Als ich ihr Nackenfell betrachtete, musste ich schmunzeln, wurde meiner Bitte, meinen Neuzugang gut von Ekto- und Endoparasiten zu befreien, ehe sie zu unserem 7-köpfigen Podencorudel dazugesetzt wird, nachgekommen, und sie mit einer Unmenge Poor on nahezu gebadet. Der Geruch nach dem Ektoparasitenmittel haftete ihr eine Woche lang intensiv an und wurde erst nach einigen Oberflächenreinigungsversuchen gelindert.

Ein paar Häppchen Weichfutter und ein paar Schlucke Wasser später sah sich Vanessa in der Küche um und lernte unsere Katze sowie das Chinchilla-TV kennen (Bild2). Aber auch diese für alle Neuzugänge höchst spannenden Sensationen brachten die schwarze Diva nicht aus der Fassung. Da sie zunehmend müder wurde und sich bereits auf den Boden legte beschlossen wir, nun die Vorstellungsrunde im Obergeschoss zu starten.
Etwas verwundert ging sie neben mir die gewundenen Stiegen entlang bis wir ins Reich der schlafenden Podencos kamen. Unterschiedlich begeistert zeigten sich die im Schlaf gestörten Eingeborenen. Die jüngste Podenca, von der ich eigentlich annahm, sie würde von einer gleichaltrigen Spielgefährtin begeistert sein, sowie das Wedelweiss Schnuppl knurrten und zeigten Zähne während sie an Vanessa schnupperten. Unser stolzer Schwan stand mit eingeklemmter Rute demutsvoll da und liess alle Umrundungen über sich ergehen. Schließlich kehrten alle Podis auf ihre Schlafplätze zurück und Vanessa legte sich in eines der frei gebliebenen Körbchen.

Sie schlief durch bis mein Jungpodi mich aus dem Bett scheuchte. Sie stand auf, als sie mich sah und weicht seither nicht von meiner Seite.

Sie ist von der ersten Minute an zimmerein, ausgeglichen, freundlich und liebevoll. Am ersten Tag nahm ich sie zunächst allein auf einen  Rundgang auf unserem großen Areal mit, doch schon mittags ging sie mit den  Podis mit. Sie zieht nicht an der Flex, springt nicht plötzlich weg und geht mein Tempo. Inzwischen wurde sie schon mehrmals auf der großen Wiese abgeleint (Bild 3), sie geht dennoch bei Fuss und klebt an mir. Seit sie Gras entdeckt  hat, knabbert sie begeistert an Halmen und kostet sich durch die Botanik (Bild 4). Das hatte auch zur Folge, dass sie am dritten Tag meine Orchideen austopfte und an den Blättern knabberte. Seit sie von mir laut belehrt wurde, dass Orchideen "pfui" sind, ist das Thema abgeschlossen.

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Gestern durfte Black Swan Vanessa erstmals auf der grossen Wiese ihre Hinterschenkelmuskeln spielen lassen: als Spirit mit seinen Kameraden ein Wettrennen begann, liess ich Vanessa von der Leine. Erst klebte sie weiter an mir, doch nach ein paar Aufforderungen "lauf" fegte sie los und liess die Podis alt aussehen. Sie schlug Haken um Büsche und genoss das hohe Tempo und den Wind um die Nase. Allerdings war nach ein paar Längen das Pulver verschossen und während die Podis immer noch tollten, trabte sie wieder zu mir.  Danach schlief sie wie ein Baby!

Obwohl eine Galga im Podirudel von diesem wie ein Alien behandelt wird, was vielleicht auch an der schwarzen Farbe liegt, ist sie eine Bereicherung für uns und es ist schön zu sehen, wie sie sich jeden Tag wohler und zufriedener fühlt. Ich bereue keine Sekunde, diesen wunderbaren schönen stolzen Schwan zu mir genommen zu haben!

 

 

 


So sieht Podi-Glück aus (Oktober 2011)

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Aktuelle Fotos der glücklichen Podi's vom September 2011

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Traurige Nachricht vom 23.06.2011:
Black Jack's Familie teilte tieftraurig mit, dass sie ihren geliebten "Maulwurf" über die Regenbogenbrücke gehen lassen musste.
Black Jack hatte nach seiner entsetzlichen Vergangenheit auf Lanzarote wunderbare Jahre bei liebevollen Menschen mit Herz verbringen dürfen und wird hinter dem Regenbogen viel Schönes zu erzählen haben !
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                                                                                                                                                  08.02.2011
4 ehemalige Todeskandiaten (Shanti, Nadoo, Black Jack und Ligero) haben sich wieder bei uns gemeldet und uns über ihr Glück in ihrem gemeinsamen Zuhause berichtet !

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Betreffend mein Rudel so gibt es alle LanzarotistInnen nach wie vor, wenn auch 4 Jahre älter (aber nicht weiser), zudem kamen  noch weitere 3 von Ibiza hinzu, somit ist meine dzt. Rudelgröße 8 Podencos plus noch ein alter Urhund, Mix, der im Stall residiert. Anbei 2 Bilder zum einstimmen, auf beiden ist Marsalla zu sehen, eine große alte Podenca, die vorigen Juni kam, einmal mit Bella (in Lanzarote Shanti), einmal mit BJ.

 


Black Jack – die helle und die dunkle Seite des Lebens

Eigentlich wollte ich mich im Oktober 2007 nur informieren, welche armen Kandidaten am Ende der Jagdsaison exekutiert werden sollen und in den Tötungsstationen angstvoll auf ein ungewisses Schicksal warten, um meine Bekannten mit einer Bittmail zu nerven, doch den einen oder anderen Hund freizukaufen und aufzunehmen. Denn meine Sammlung an geretteten Podencos war inzwischen auf 4 Exemplare angewachsen, die mit meiner Familie und dem angestammten Halbwolf Dusty Tisch und Bett teilen. Und es gibt genug zu tun, täglich allen genügend Auslauf zu verschaffen, das Haus ständig rundum zu pflegen, um Fell- und Erdspuren nicht zu Bergen anwachsen zu lassen, genügend Futter und Knabberzeug zu beschaffen, dass alle Mäuler gestopft werden können und nebenher noch dem Beruf nachzugehen, um die Erhaltung meines, nicht nur aus Hunden bestehenden, Zoos nachhaltig gewährleisten zu können.

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Ich dachte nicht daran, noch einen Podi zu mir zu holen, d.h. mein Herz wollte natürlich, aber die Vernunft sagte „nein“!

Dann sah ich das Bild von den 9 verängstigten, mageren Podis in einer schmutzigen finsteren Zelle, darunter 2 schwarze Podencos, von denen einer blind war. Dass der schon bei Margarete war, kurz nachdem das Bild gemacht wurde, wusste ich natürlich nicht. Ich wusste nur, schwarze Podis sind rar, auf Lanzarote die Ausnahme, und blind zu sein und in einer fremden Umgebung, die schwer einschätzbar ist, ist die Steigerung von Höllenqualen. Natürlich erwachte auch mein Sammlereifer, denn schwarz fehlte in meiner Podenco-Sammlung noch, ebenso wie ein Rauhhaarpodi. Die anderen Fell-Farben-Kombinationen waren bereits integrierte Mühlenbewohner. Ich erwog, wenigstens noch einen der beiden schwarzen Podis freizukaufen und eventuell den anderen, der wegen seiner Blindheit sicher keinen Platz finden würde, doch bei uns aufzunehmen. Es musste aber auch die Familie mitspielen, so begann ich sie subtil in meinen Plan einzuweihen.

Nach einer Woche waren Mann und Töchter weichgeredet und wir setzten die Hunderettungs-Maschinerie in Kenntnis und somit in Gang.

Wegen unserer zahlreichen Termine gegen Jahresende und in Hinblick auf die Unruhe, die das Eingewöhnen eines weiteren Hundes im Haus mit sich bringt, ersuchten wir, den blinden schwarzen Podi noch so lange bei Margarete lassen zu können, bis ich mir im Dezember 2 Wochen Urlaub und somit Zeit für die Eingewöhnung nehmen konnte. Es mussten auch noch diverse Utensilien angeschafft werden, die passen sollten, ein weiteres Körbchen, Spielzeug,… alles was Podis eben brauchen und mögen. Auch ein Name musste noch gefunden werden, der sich markant von denen im Rudel unterschied. Spontan fiel mir „Black Jack“ ein. Sein vorheriger Name war nicht bekannt, er war namenlos in die Tötung gebracht worden.

Mitte November kam die Nachricht, dass die Pflegestelle auf Lanzarote aus allen Nähten platze und Ende November eine Flugmöglichkeit für „Black Jack“ bestünde. Somit würde wieder Platz für andere, „noch Inhaftierte“.

Nach 3 Importwellen von Hunden aus Lanzarote wussten wir zwar schon, was in den nächsten Wochen auf uns zukam, allerdings wussten wir nicht, wie sich ein blinder Hund an soviel Neues und vorallem, wie rasch, einstellen würde und wer von uns tagsüber Hunde sitten konnte, um diese sensible erste Phase bestmöglich zu begleiten. Wir kamen diesmal nicht zum Planen, mussten reagieren und improvisieren.

Am 24.11.07 war es soweit: Der Flug aus Lanzarote mit unserer kostbaren Fracht landete – mit Verspätung - in Wien. Trotz langer Zeit in der Flugbox wirkte „Black Jack“ frisch, interessiert, extrem freundlich und hatte selbst in der unbekannten Umgebung der Ankunftshalle einen starken Vorwärtsdrang. Da er seit dem Verladen nicht mehr Gassi war - die Decke in der Box war sauber und trocken - versuchte ich ihn zunächst mal irgendwo auf dem Weg zum Auto zu einem Lackerl zu animieren.

Für einen Tötungskandidaten war er erstaunlich gut bemuskelt, meine anderen Exdelinquenten waren trotz vorheriger Aufpäppelung auf der Pflegestation in weitaus schlechterer Kondition gewesen. Auch sein Fell glänzte, wenn er auch viele fettige Schuppen und einen ranzigen Geruch mitbrachte. Seine Augen waren klar und durchsichtig - die angenommenene Linsentrübheit, die operabel gewesen wäre, hatte er nicht. Die verbleibenden Alternativen, Rindenblindheit oder eine Netzhautstörung, haben leider viel schlechtere Prognosen, was die Wiederherstellung der Sehkraft anbelangt. Er hat kein eingeschränktes Sehvermögen, er ist definitiv blind. Sein Vorwärtsdrang liess ihn an Wände und Gegenstände anlaufen, sodass wir ihn schlussendlich per Brustgeschirr zum Auto und in dieses dirigierten.

Nach dem Zusammenführesn des Rudels - immer ein Mühlenbewohner nach dem anderen - waren alle freundlich interessiert am Neuankömmling, keineswegs aggressiv. Wir führten Black Jack durch sein neues zu Hause und gingen auch auf dem Grundstück eine kleine Runde. Er war sehr aufgeregt und an den Gerüchen interessiert und rannte hektisch gegen Möbel, draussen gegen Zaun, Bäume und andere Hindernisse. Doch schon am nächsten Tag hatte er eine gewisse Vorstellung wo er ungehindert gehen kann und wo etwas im Weg ist, zumal wir von Beginn an immer „Vorsicht!“ riefen, wenn etwas in die Quere kam, worauf er sehr rasch auch reagierte und entweder stehen blieb oder vorsichtiger ging und das Hindernis umging.  

Unser Grundstück wird von 2 Gewässern durchzogen, über die Brücken führen. Die ersten Male überquerte Black Jack die Brücken mittig, aber nach ein paar Tagen, als er sich schon gut im Haus und auf dem grossen Grundstück zurechtfand und in ziemlich flottem Tempo an der Flex vor mir herlief, schnitt er die Brücke diagonal an und stürzte ab. Da ich ihn an der Flex hielt, baumelte er wie die Fracht auf einem Kran über dem Wasser und mithilfe einer Tochter konnten wir ihn wieder hochhieven.

Ich hatte meine Lektion gelernt: Ab sofort wird vor der Brücke „halt, stehen bleiben!“ gerufen, die Leine eingezogen und „Jacky“ (auch der Name wurde inzwischen gekürzt ) am Brustgeschirr geführt, bis er wieder fester Boden unter den Füssen hat.

Wie alle anderen Podis hat er inzwischen auch schon Bekanntschaft mit dem grossen Gewässer gemacht: Im Innenhof lief er im Bruchteil einer Minute ans Ufer des Wehrs und fiel ins Wasser. Auch ich tauchte beim Versuch, ihn hinauszuziehen kurz unter, aber schlussendlich kamen wir beide als gebadete Mäuse wieder an Land und Jacky ist seither vorsichtiger, wenn er Wasser hört oder riecht. Wir hatten beide gelernt, dass ein Hund mit besonderen Bedürfnissen auch eine entsprechende Betreuung und Umgebung braucht. An dieser Uferstelle wurde ein Zaun aufgestellt und Jack kann nun höchstens dagegen laufen, aber nicht mehr ins Wasser fallen.

Nach ersten Kommunikationsproblemen mit den anderen Podis, die sich ihm neugierig und freundlich, aber für ihn manchmal zu unerwartet näherten und eine Panikreaktion auslösten, die zum aufschreien und um sich beissen führte, gibt es inzwischen nur mehr die üblichen Knurrereien unter Freunden wegen Spielsachen oder Kauknochen, die natürlich immer dann besonders interessant sind, wenn sie andere haben.

Jack spielt mit Snoops („Snowflake“), dem weissen Podi, der ihm die Speilsachen sogar bringt und ihn damit auffordert, mitzumachen. Jack läuft im Innenhof, wie alle, frei und schliesst sich auch schon Wettrennen an, wenn auch nur an bestimmten Stellen, wo er sicher ist, dass es keine Hindernisse gibt. Über die Ursache seiner Blindheit wissen wir inzwischen, dass es sich um eine Netzhautatrophie handelt, die wahrscheinlich erblich oder infektiös bedingt ist, Er wurde sicher nicht blind geboren und ich vermute, dass er erst vor kurzem völlig erblindete. Denn wenn ein Rüde erst mit 6 Jahren „entsorgt“ wird, weil er nicht (mehr) jagdtauglich ist, war er davor ein guter Jäger und für seinen Herrn nützlich. Das erklärt auch die relativ gut ausgeprägte Hinterhandmuskulatur, die er bei seiner Ankunft hatte und die sich seither durch die täglichen Ausgänge und die 3 Mahlzeiten am Tag weiter entwickelt hat.

Jack ist sicher einer der intelligentesten Hunde, die ich kenne, denn er hat sich in extrem kurzer Zeit an sein neues Reich und die Lebensumstände gewöhnt!

Schon nach 2 Tagen verstand er, dass es „drinnen“ und „draussen“ gibt und draussen für die biologischen Bedürfnisse zu sorgen ist.
Noch am Tag seiner Ankunft kannte er in jedem Raum bereits die Stelle der Tür, die er sich auch sehr bald selbst öffnen konnte.
Schon nach 2 Nächten (wobei Tag und Nacht bei ihm nur auf Grund der Aktivitäten um ihn herum existieren) schlief er durch ohne hinaus zu wollen, weil er „musste“.  Nach 3 Tagen lief er auf dem dicht bewachsenen Inselpfad mit Biegungen, Steigungen und Biberlöchern sicher und umging Unwegbarkeiten. Nach einer Woche entdeckte er, dass mein Bett mindestens so weich ist, wie sein Körbchen und kletterte interessiert hinauf.                                                                                                                                             
 
 Inzwischen hat er schon bei jedem von uns eine Nacht als Betthupferl verbracht. Das Rudel teilt sich abends immer neu die Liegestätten seiner Wahl auf, vorallem mein Bett ist wegen meiner Rücksichtnahme auf die schlafenden Hunde sehr beliebt und frequentiert. Ich habe mir daher vor kurzem ein grösseres Bett besorgt, um bei Mehrfachbesuch auch noch ein kleines Plätzchen zum Schlafen zu haben.
Jack versucht immer noch, ein guter Jäger zu sein! Hört er Federwild schreien, Enten auffliegen oder wittert er Hasen, Rehe, Fasane, gibt er Laut und versucht loszurennen. Da er sich ein seinem Jagdeifer bedingungslos einsetzt und losstürmen möchte – das machte ihn offenbar so lange zu einem „guten Jagdinstrument“ – besteht die Gefahr von Verletzungen, weshalb ich ihn mit Stimme und Leine davor zurückhalte. Er versteht das nicht, wird aber noch lernen, dass wir ihn auch lieben, wenn er keine Beute bringt.

Er spielt auch leidenschaftlich Maulwurf und gräbt für sein Leben gern!. So tragisch die Erblindung von Jack ist, so hat sie doch auch ihr Gutes und sein Leben grundlegend verändert. Denn hatte er die ersten Lebensjahre seine „lichten Momente“ durch die Wahrnehmung der Umgebung, so hatte sein Leben damals sicher nicht nur helle, sondern auch dunkle Seiten, wie die Liegeschwielen an den Beinen und Narben auf seinem Körper erzählen!

Nun kann er zwar die Sonne und die Schönheit der Natur nicht mehr sehen, aber Geruchs- und Gehöhrsinn kompensieren seine Wahrnehmung. Das ewige Dunkel wird bleiben, aber die anfängliche Angst vor raschen Berührungen oder unvorhersehbaren Situationen ist vergangen und nun gibt es neue Lichtblicke für ihn: Ein (oder mehrere) weiche, warme Betten, reichlich zu essen (leider sind seine Zähne nicht mehr alle vorhanden und deshalb nicht alle Kausachen für ihn geeignet, ausser wenn die anderen Podis schon vorgekaut haben), und vorallen viiiiieeeeeeeeel Zuwendung! Diese geniesst er besonders, denn er ist ein sehr anhänglicher und liebesbedürftiger Podi, der sein tapferes Kämpferherz öffnet und uns auch an seiner immensen Lebensfreude teilhaben lässt.

Und das wird hoffentlich noch viele gemeinsame Jahre so bleiben!!!!